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Der Innovation auf der Spur

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Der iPhone-Kiosk für Nachrichten

Die unterfränkische Software-Entwicklung Marktwert.IT stellt zur Stunde bei den NewsDays in Augsburg ihr iPhone-basiertes Kiosksystem für Zeitungsverlage vor. Marktwert hat den Prototyp für eine iPhone-App namens “NewsPush” entwickelt. Das System soll Zeitungsverlage in die Lage versetzen, mit Inhalten Umsätze zu generieren. Die NewsDays sind eine Art Hausmesse des Internet-Dienstleisters Newsfactory, einem Tochterunternehmen der Presse-Druck- und Verlags-GmbH, Verlag der Augsburger Allgemeinen.

Die Idee: Zeitungsverlage schließen ihr Redaktionssystem an einen zentralen Server der Marktwert.IT an und liefern einen Strom von Nachrichten ab, die der Nutzer abrufen kann. Die App nutzt die Push-Technologie des iPhones – so kann ein Nutzer Stichwörter hinterlegen, nach denen alle künftig eingehenden Meldungen durchsucht werden.

Das System ist meineswissens das erste seiner Art, bei dem Verlage ohne große Investition in eine eigene App tatsächlich Umsätze generieren können. Die den von der Marktwert.IT vorgeschlagenen 79 Cent für einen Einzelartikel und 7,99 Euro für das Monatsabonnement eines sogenannten Channels sollen wie folgt aufgeteilt werden: 30% behält Apple als Betreiber des AppStores, 20% die Marktwert.IT und 50% bekommt der Verlag.

Erste Präsentationen des Konzept hätten einen Nerv getroffen, so Josef Rossmann, der bei der Marktwert.IT das Geschäft mit Newspush entwickelt, “unsere Gesprächspartner waren geradezu elektrisiert.” Wenn sich genügend Verlage zum Start zusammen finden, soll der Dienst noch 2009 an den Start gehen.

Die spannende Frage ist dann, wieviele Kunden tatsächlich bereit sind, Geld für Inhalte auf dem iPhone auszugeben. Und: Ich sehe zwei Knackpunkte, die entscheidend sein dürften, wie der Dienst von den Nutzern angenommen wird:

(1) Es müssen wirklich hochwertige Inhalte ihren Weg in das System finden. Ergo müssen Verlage für einen Service wie Newspush einen weiteren, hochwertigen Kanal öffnen. Und sie müssen eine Linie finden, nun nicht mehr nur zwischen Inhalten für Print und Online unterscheiden sondern zwischen Print-Inhalten sowie freien und bezahlten Online-Inhalten – das kann auch bedeuten, bestehende Online-Auftritte zu beschneiden, damit die Inhalte wirklich exklusiv für den Bezahlkanal zur Verfügung stehen. Reichweite und Vermarktung gegen Paid Content.

(2) Der Push-Service macht natürlich nur dann Sinn, wenn die Redaktion tatsächlich im Online-First-Modus arbeitet und Nachrichten möglichst bald nach dem Ereignis oder dem Bekanntwerden eines neuen Faktums veröffentlicht, ein Übertragen von Nachrichten im “Nachtexport” wird dem Medium sicher nicht gerecht. Neben den technischen Änderungen muss die Redaktion in die Lage versetzt werden, zu entscheiden: Was wird wann in welchem Kanal veröffentlicht.

Mehr zu Paid Content in diesem Blog (Paid-Content-Diskussion bei der Augsburger Allgemeinen) sowie bei der Netzeitung und beim Branchendienst meedia.de. Die Medienjournalistin Ulrike Langer hat sich unter dem Titel “Auch ein Apple Tablet wird deutsche Zeitungen nicht retten” bereits Anfag Oktober mit dem Thema auseinander gesetzt.

Nachtrag (28. Oktober 2009): Heute berichtet die W&V in ihrem Online-Medium über Newspush.

Nachtrag (24. Februar 2010): Gestern hat W&V erneut über Newspush berichtet. Zwölf Verlage sollen ihre Bereitschaft erklärt haben.

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  • 29. Oktober 2009, 12:07 Uhr

    ipony » Blog Archiv » Zeitungsverlage wollen gemeinsam aufs iPhone

    [...] Allerdings hängt der Erfolg an der Frage, ob die Verlage wirklich bereit sind hochwertige Inhalte sehr zeitnah in das System einzupflegen und gleichzeitig die selben Inhalte nicht mehr kostenfrei über die eigenen Portale anzubieten. Die Qual der Wahl heißt hier also für die Verleger: Reichweite und Vermarktung gegen Bezahlinhalte einzutauschen. Damit News Push ein Erfolg werden kann müssten als die Redaktionen ihre Organisation- und Produktionsformen auf den neuen Kanal anpassen – und letztlich muss der Kunde entscheiden, ob er die angedachten 79 Cent bereit ist zu zahlen. – Für Nachrichten, die oft auch frei zugänglich sind, bzw. dessen Wert er vorher schlecht abschätzen kann. (via W&V und Marian Semm) [...]

  • 30. Oktober 2009, 12:25 Uhr

    Das Konzept der Zeitungsmacher ist da. | blog@netplanet

    [...] IT habe eine eigene App namens “NewsPush” (Bilder von der App gibt es im Blog von Marian Semm), in der die teilnehmenden Verlage Artikel in ihrem Namen anbieten können sollen, [...]

  • 11. November 2009, 23:50 Uhr

    Indiskretion Ehrensache

    [...] Dahinter steckt die Firma Marktwert IT aus Grünsfeld. Weitere Einblicke gewährt der Medienberater Marian Semm (der erklärt nicht mit dem Projekt verbunden zu sein) in seinem Blog. [...]

Kommentare

  • 29. Oktober 2009, 11:58 Uhr

    Roßmann meint

    Sehr gute Zusammenfassung unseres Geschäftsmodells für Zeitungsverlage. Die beiden Knackpunkte sehe ich als Chance, auch mit zeitungsfernen Zielgruppen signifikante Umsätze zu generieren.

    Heute berichtet auch die w&v über uns: http://www.wuv.de/nachrichten/medien/zeitungen_planen_gemeinsame_app_fuers_iphone

  • 31. Oktober 2009, 00:11 Uhr

    marian_semm meint

    Ich habe mich etwas erregt über die schlampige Recherche von Thomas Knüwer im Blog des Handelsblatts, der den Eindruck erweckt, ich stecke mit hinter der iPhone-Anwendung.

    Siehe hier: http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2248

    Recherchieren ist wohl nicht seine Stärke, deshalb habe ich den Presserat über den Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex (Sorgfaltspflicht) informiert und gebe morgen eine Gegendarstellung per Einschreiben auf. Sie haben Post, Herr Scheffler…

  • 31. Oktober 2009, 06:09 Uhr

    Klaus Minhardt meint

    Es mag bei Knüwer ja Recherchemängel gegeben haben. Ob allerdings der Presserat für das Blog zuständig ist, dürfte sehr fraglich sein. Die Kommentarfunktion gibt Ihnen ja unmittelbar die Möglichkeit zur Gegendarstellung. Daher halte ich auch diese Drohung für überflüssig.

    Sollten wir nicht lieber die Diskussion führen, statt diese schon zu Beginn abzuwürgen? Knüwer hat ja einige fundierte Bedenken!

    Ich habe Ihnen meine Meinung dazu ja schon als Kommentar gesendet:

    http://www.marian-semm.de/2009/10/paid-content-jetzt-mal-konstruktiv-bitte/comment-page-1/#comment-21

  • 31. Oktober 2009, 14:21 Uhr

    marian_semm meint

    @Klaus Minhardt Lassen Sie uns gerne die Diskussion führen, indem wir mal die Frage stellen “wie könnte es denn gehen?” statt von vorneherein zu konstatieren, dass die Verlage verloren sind. Die Polemiken wir bei Knüwer mögen ja ganz nett zu lesen sein, aber ich habe das jetzt ein paar mal zu oft mit den immer gleichen Floskeln gehört. Irgendwie ist mir die Bloggerfraktion zu selbstsicher.

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