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Der Innovation auf der Spur

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Sascha Lobo, die Absenz von Hahnentritt und McLuhans Frontscheibe

Wie das Schicksal so spielt. Am Samstag abend einen Tweet von Wolfgang Blau gelesen, der den kanadischen Medientheoretiker Marshall McLuhan zitiert:

“We look at the present through a rear-view mirror.
We march backwards into the future.”

Fünf Minuten später einen Tweet von Ulrike Langer, der mich daran erinnert, dass Sascha Lobo am Dienstag seinen Auftritt als Chefredakteur in Koblenz hat.

Christian Lindner (CR) und Sascha Lobo (CR41Day) im Papierlager der Rhein-Zeitung, Koblenz.

Weitere fünf Minuten später meine Reiseplanung durchgesehen und festgestellt, dass ich Montag abend problemlos in Koblenz sein kann, wenn Lobo einen traditionellen Followerabend im RZ-Papierlager besucht. Eine Direct Message per Twitter verschickt.

Und vorhin ein paar Beobachtungen gemacht, die für die Veranstaltung einer Regionalzeitung nicht ganz gewöhnlich sind:

  • Ein anwesendes Publikum von 20 jungen Leute, Durchschnittsalter maximal 30, lebendig diskutierend auf allen Kanälen – Hahnentritt-Sakko-Träger Mitte 50 mit C&A-Aufnäher am Ärmel? Fehlanzeige. Gut, diese Politiker fand ich etwas anstrengend, in zehn Jahren tragen die Hahnentritt.
  • Ein nicht anwesendes Publikum vor dem Video-Livestream (die Rede war an einer Stelle von 120 Zuschauern) und eine mir nicht näher trennbare Anzahl von anwesenden und nicht anwesenden Twitterern.
  • Einen Volontär, der souverän die Diskussionsrunde moderiert hat – und nicht ein Ressortleiter, der sich so etwas aus Senioritätsgründen nicht nehmen lässt.
  • Mehr als zehn Redaktionsmitglieder aus allen Bereichen der Rhein-Zeitung, die sich multimedial beteiligt haben – und es nicht “die Online-Redaktion” machen muss.

Sascha Lobo wird am Dienstag sein Versprechen vom Forum Lokaljournalismus in Dortmund einlösen und für einen Tag Chefredakteur der Rhein-Zeitung sein – deshalb ist Koblenz im Lobofieber: RZ-Mitarbeiter und RZ-Fans haben sich schon mal optisch in Sascha Lobo verwandelt. Leser sollen bienenschwarmgleich Bilder einzuschicken, die die Stimmung im RZ-Land am Dienstag zwischen zwölf und zwei Uhr festhalten.

Einen Aspekt der Mission von Sascha Lobo finde ich allerdings etwas inkonsequent: Leser sind aufgerufen, eine Kurzgeschichte einzusenden, und, großartig: Es haben sich wohl an die 20 Autoren gefunden, allein per Twitter. Ich kenne ein paar Regionalzeitungs-Chefredakteure, die für diese Rückmeldungsquote morden würden – ob in Print, Online, Twitter, in der Kneipe oder sonstwo!

Warum aber soll die Kurzgeschichte am fünften Tag eines weltweiten Internetaufsfalls spielen? Klingt nach McLuhans Rückspiegel. Warum nicht am fünften Tage eines weltweiten Druckmaschinenausfalls? Wäre ja (erst mal) nur Fiktion. Käme aber McLuhans Frontscheibe etwas näher.

“We look at the present through a rear-view mirror.
We march backwards into the future.” (Marshall McLuhan)

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Kommentare

  • 18. Mai 2010, 00:18 Uhr

    Hardy Prothmann meint

    Guten Tag!

    Ein arbeitsreicher Tag geht mit der Lektüre eines schönen Textes zu Ende.

    Herrlich:
    “Ich kenne ein paar Regionalzeitungs-Chefredakteure, die für diese Rückmeldungsquote morden würden – ob in Print, Online, Twitter, in der Kneipe oder sonstwo!”

    Gruß
    Hardy Prothmann

  • 18. Mai 2010, 09:40 Uhr

    Jophannes Below meint

    was ist denn an “diesen Politikern so anstrengend”? Immerhin hat die RZ letzte Woche von bloggenden Bürgermeistern berichtet- und man könnte bei aller Skepsis die Anstrengungen dieser Menschen in der Twitter- und Blog-Region zur Kenntnis nehmen und sich inhaltlich mit ihnen auseinander setzen – und nicht so billig drüber weg polemisieren.

  • 18. Mai 2010, 10:00 Uhr

    Johannes Below meint

    Heute leistet die RZ sich ein digitales Experiment – einer der bekanntesten Blogger aus Berlin darf einen Tag lang Chefredakteur der RZ spielen, seine Vorgabe: Schreibt, was Euch interessiert – Subjektivität als oberste Richtschnur – am Mittwoch wird dies dann auch die Leser interessieren.
    Was wir da dann aus dem Lokalteil erfahren werden? Werden wir uns bestätigt sehen in unserem Eindruck von „unseren“ Lokalredakteusen – was wird es sein – was sie schon immer mal schreiben wollten – aber nicht durften, weil sie Rücksicht nehmen mussten auf….?
    Wenn man sich zum Beispiel für Welten wirklich interessiert, die bisher kaum in der RZ vorkommen, dann könnte man beispielsweise bei myspace.com die Funktion aufrufen: “BLOGs in Deiner Region“ und wird schnell staunen, was für ein 2ndLIVE hier abgeht.
    Wenn man sich wirklich interessiert, wo die Jugendlichen sind, die eben keine Papierzeitung lesen und auch oft Schule furchtbar weltfremd finden, dann muss man in der BLOGOSPHÄRE eintauchen und mitmachen…….
    Oder werden wir morgen noch mehr von dieser Sorte lesen: „WAS steht bei der CDU-Kandidatin XY am Sonntag in der Bratröhre…?“

  • 19. Mai 2010, 12:47 Uhr

    m0mms meint

    offen gefragt – wie sieht es in unsere nachbarländer mit solche aktionen aus? sind wir (naja, ich bin stolze brite, aber adoptiv-kurpfälzer) vorreiter, oder nachzügler? ich wünsche mir ein bisschen mehr über-den-deutschen-teller-rand-schauen. vielleicht können wir was lernen, z.b. wie man solche ideen in andere regionen transportiert.

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